Safran

Safran – das rote Gold

Es gibt eine Pflanze in meinem Heimatkanton Wallis, die mich immer schon fasziniert hat. Safran. Safran wächst auf einem Hochplateau auf 1200m Höhe. Seit dem 14. Jahrhundert wird im Dorf Mund Safran angebaut.

Die exotische Pflanze wächst auf einer Fläche von 18 000 Quadratmetern, aufgeteilt in verschiedene kleine Parzellen und ist in Privatbesitz.
Seit 1979 kümmert sich die Munder Safranzunft um den Erhalt der Safrankulturen. Sie bietet auch Safranwanderungen (www.safranzunft-mund.ch) mit kulinarischen Genüssen in einem wunderschönen Walliser Ambiente an. Ein Lehrpfad erzählt dem Besucher alles über den Safran.

 

Ursprung

Man glaubt heute, dass Safran seinen Ursprung in Kleinasien oder Mittelmeer hat. Sie war ein heilige Pflanze des Antiken Kreta, Symbol der Sonne.
Die frühesten Funde zum Anbau von Safran gehen zurück auf das Jahr 2300 B.C. während dem Reich von Akkade in der Stadt Azupirano, was nichts anderes heisst als „die Safran-Stadt“ oder „Stadt des Safrans.
Safran, als Symbolpflanze, wird in der Mythologie der Göttin Deo, der Göttin der Fruchtbarkeit, zugeschrieben.

Liliengewächs Safran

Der Safran oder Crocus sativus ist ein Schwertliliengewächs und gehört zur Familie der Iridaceae. Die Knollenpflanze hat sechs violette Blüten- und drei Staubblätter. Der Griffel trägt die eigentliche Safranfrucht, drei dunkelrote, dreilappige Narben. Selten trägt der Griffel auch fünf bis sechs Narben und eine solche Blüte nennt man Königin.

Bei Vollmond geht der Knopf auf

Die Safran-Ernte beginnt im Oktober und dauert bis in den November hinein. Täglich werden die ganzen geöffneten Blüten – von Hand- gepflückt. Besonders nach Vollmondnächten ist der Ertrag erheblich höher, da der Mondschein das Öffnen der Blütenblätter beschleunigt. Noch am selben Tag rupfen «Safran-Reisser» in Mund die roten Narben aus der Krokusblüte. Der frische Safran wird anschliessend sofort getrocknet. Der Safrananbau verlangt unendlich viel Geduld und aufwendige Handarbeit.

Safran königliches Luxusgewürz

Safran auch bekannt als das rote Gold ist das teuerste Gewürz der Welt. Die getrockneten Stempelfäden verleihen den Speisen einen herben, bitteren Geschmack und durch die Carotinoide verfärben sich die Speisen gelb. Verwendet wird das Gewürz in Saucen, Suppen, Reis-, Fisch- und Fleischgerichten oder süss in Gebäck und Desserts. In Küche und Backstube schätzt man sein unvergleichliches Aroma.

Safran heilt

Neben seiner Verwendung als Gewürz besitzt Safran auch eine vielseitige heilende Wirkung, die auch wissenschaftlich nachgewiesen ist. Die Carotinoide sowie die unterschiedlichen ätherischen Öle sind in der traditionellen Heilkunde schon lange bekannt. Der Safran wird seit vielen Jahrhunderten für die unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt. So soll es ein exzellentes Magen- und Lebermittel sein, bei Menstruationsschmerzen helfen, depressive Schübe lindern, beruhigend wirken und den Schlaf fördern, die Libido stärken, gegen Asthma und Husten wirken, bei Zahnfleischproblemen helfen, die Lern- und Gedächtnisfunktion verbessern, den Blutdruck senken, die Aufnahme von Sauerstoff in die Zellen verbessern und vieles mehr. Allgemein ist Safran schmerzlindernd und entzündungshemmend.